Diego Rizzo, wie ist die Raiffeisen Gruppe organisiert, national und regional?

Die Raiffeisen Gruppe besteht aus einer Zentrale in St. Gallen und 240 eigenständigen Genossenschaften. Diese sind in der ganzen Schweiz verteilt. Jede dritte Bank im Land gehört zur Raiffeisen Gruppe. Dies entspricht grundsätzlich der Strategie der Raiffeisen: Kundennähe und regionale Verankerung sind uns wichtig. Wir wollen persönliche Ansprechpartner für unsere Kunden sein und auch den Geldfluss möglichst lokal halten. Unsere Bank, die Raiffeisenbank an der Limmat, hat ihren Hauptsitz in Dietikon und eine Filiale in Schlieren.

Wie sind denn die Kompetenzen innerhalb des Unternehmens und in den Filialen verteilt?

Der lokale Verwaltungsrat mit der Bankleitung verfügt über viele Kompetenzen und kann unter anderem auch bestimmen, wie viele Filialen oder Geldautomaten sie in der Region betreiben will. Die Entscheidungswege sind kurz. Davon profitiert vor allem die Kundschaft, auf eine Antwort zu einem Bankgeschäft muss sie kaum länger als zwei Tage warten.
        

Diego Rizzo
Diego Rizzo

Sind Abläufe und Strukturen im Unternehmen für die Mitarbeitenden gut nachvollziehbar?

Ja, denn jede Bank verfügt über eine strukturierte und transparente Organisation. Die Bereiche Backoffice und Front sind klar getrennt. Jede Raiffeisenbank ist ein eigenes KMU, das seine persönliche Strategie und Zielsetzung verfolgt. Die langfristige Strategie wird vor Ort durch den Verwaltungsrat mit Einbezug der Bankleitung erarbeitet.

Welchen Wert legt man auf die interne Kommunikation?

Regelmässige und umfassende Informationen sind wichtig. Dafür stehen uns interne Mails und das Intranet zur Verfügung. Zudem haben wir eine betriebsinterne Whatsapp-Gruppe eingerichtet, die sich insbesondere während der Corona-Zeit und des Lockdowns bewährt hat. Diesen Chat betreiben wir nicht zum Spass, sondern können damit schnell und unkompliziert kommunizieren. Ebenso kommen Skype und diverse Social-Media-Kanäle zur Anwendung. Diverse Sitzungen während der Corona-Zeit wurden über Skype abgehalten.

Haben Sie während der Corona-Krise gute Erfahrungen mit Homeoffice gemacht?

Ja, die Erfahrungen waren durchweg positiv. Die Mitarbeitenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe arbeitete vor Ort, die andere Gruppe im Homeoffice. In der Regel haben wir wöchentlich gewechselt. Somit war das Tagesgeschäft sehr gut zu meistern.

Alle Mitarbeitenden verfügen seit letztem Jahr, also vor Corona, über einen eigenen Laptop mit einem uneingeschränkten Zugang auf das interne System. Diese Investition hat sich nun ausbezahlt und den Umgang mit Homeoffice erleichtert. Insgesamt wurde diszipliniert gearbeitet, was sich auch in den Zahlen niederschlug: Wir sind mit dem Resultat im ersten Halbjahr 2020 zufrieden!

Was ist für die Zukunft geplant?

Im Vordergrund steht unser Neubau an der Zürcherstrasse 64 in Dietikon. Das Gebäude ist Ende Jahr bezugsbereit. Die Filiale an der Bahnhofstrasse in Dietikon sowie das Backoffice an der Kanalstrasse in Dietikon werden im neuen Hauptgebäude zusammengelegt. Auch technisch wollen wir viel investieren, vor allem bei der Digitalisierung. Neben der persönlichen Beratung stehen Beratungsdienste künftig auch online vermehrt zur Verfügung. Thomas Pfann