Das Organisieren eines Unternehmens ist zweifelsfrei eine wichtige Voraussetzung für den geschäftlichen Erfolg. Dafür muss ein Unternehmen aber zuerst einmal ins Leben gerufen und realisiert werden – mit Planung und vor allem einer Vision. Und je grösser das Vorhaben, desto aufwendiger die Organisation – vom Umsetzen der Vorstellungen in die Wirklichkeit, vom Abschätzen des Bedarfs an Manpower und Material und schliesslich vom Abwägen des erwünschten Erfolgs, auch wenn sich dieser erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten abzeichnen wird. Zwei exemplarische Bauprojekte aus der Vergangenheit zeigen, welche Anforderungen bezüglich Organisation und Aufwand nötig sind, um Jahrhundertbauwerke zu realisieren.

Die Cheops-Pyramide in Gizeh ist rund 150 Meter hoch und besteht aus mehr als 2,5 Millionen Steinblöcken. Die rechteckigen Quader brachten stattliche 2,5 Tonnen auf die Waage – bei 2,5 Millionen Stück wiegt die Pyramide also gut und gern 6 250 000 Tonnen, also 6 250 000 Milliarden Kilogramm. Um diese Menge an Stein zu transportieren, braucht es sehr viel Arbeitsleistung, insbesondere beim Transport der Blöcke in die Höhe.
   

TUCARE Dietikon

Die Ägypter haben das Wunder geschafft, allerdings brauchten sie dafür vermutlich rund 20 Jahre. Das scheint eine lange Zeit, ist jedoch eine Meisterleistung der Organisation. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot schätzte 450 v. Chr. die Anzahl beteiligter Arbeiter während des Baus der grossen Cheops-Pyramide auf über 100 000 ein. Ob sich die Arbeitskräfte freiwillig ans Werk gemacht hatten, ist mehr als fraglich, und die Organisation am Bauplatz war wohl von Tyrannei und Willkür geprägt. Zudem diente das Bauwerk einzig und allein dem Herrscher Cheops aus dem Ägypten um 2600 v. Chr. als letzte Ruhestätte – dem Volk blieb bis heute nur das Bestaunen eines der sieben Weltwunder der Antike.

Viel später als der Bau von Pyramiden und mit weit mehr pragmatischer Planung nahm Ingenieur Ferdinand Marie Vicomte de Lesseps das Projekt «Suezkanal» an die Hand. Schon früher hatte man über praktische Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer nachgedacht – nun sollte das Vorhaben aber Realität werden. Am 25. April 1859 begannen die Bauarbeiten und dauerten gut zehn Jahre. Der Aufwand für die 164 Kilometer lange Wasserstrasse forderte den «bezahlten» Arbeitern alles ab, die Bedingungen am Bauplatz waren wegen der Hitze und des Wüstensands äusserst unangenehm. Kurz vor der Eröffnung des Suezkanals am 17. November 1869 standen über 35 000 Arbeitnehmer im Dienst des ausführenden Generalunternehmens «Compagnie universelle du canal maritime de Suez». Der Kanal wurde 2009 vertieft, 2015 mit einer parallel verlaufenden Fahrstrasse erweitert und zählt zu den wichtigsten Schiffshandelsrouten der Welt. (tp)